Sony DSC-RX100 – Alle Modelle im Vergleich

Sony bietet mit der RX 100 Reihe viel Leistung im kleinen Format. Diese Kamera bzw. Reihe ist inzwischen zu einer meiner Lieblings-Kompakten geworden.<!–more–> Die beste Kamera nützt einem nichts, wenn man sie nicht dabei hat. Die RX 100 kann man sogar mal in die Jackentasche stecken. Andere Kompakte haben z.B. ein hervorstehendes Objektiv, was das unmöglich machen würde.

Sony DSC-RX100 Mark I

Dieses Modell hat zweifellos das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Man erhält für angemessenes Budget eine solide tolle Kamera. Die Low-Light-Performace ist für diese kleinen Produktabmessungen sehr gut und ich war überrascht, wie gut man auch bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen fotografieren kann. Sobald man zoomt, schwindet allerdings die Low-Light-Performance. Die Blende schließt sich auf 4,9 im höchsten Zoom-Bereich. Hier wird man ohne Stativ große Probleme bekommen, ein genügend helles Bild zu bekommen, wenn man nicht unbedingt zu starkes ISO Rauschen haben möchte (bis ISO 1600 sehr gut). Auch mehr ISO ist ok – einen Moment verrauscht festhhalten ist immer noch besser, als ihn verschwommen oder gar nicht festzuhalten. Diese Kamera ist für alle, die bessere Bilder als von einem iPhone oder anderen Smartphone haben möchten. Ideal für sämtliche private Anlässe.

Sony DSC-RX100 Mark II

Der Nachfolger Mark II hat meiner Meinung nach nicht wirklich eine Daseinsberechtigung mehr. Außer der Blitzschuh, den alle anderen Modelle nicht haben, liefert diese Kamera keinen Mehrwert. Das Upgrade lohnt sich nur auf die Mark III, IV oder V.

Sony DSC-RX100 Mark III

Die Mark III ist meine persönliche Empfehlung an Hobby- und Berufsfotografen. Den größten Mehrwert liefert wohl das neue Objektiv. Zum einen hat es einen größeren Weitwinkel bekommen (24 – 70 mm statt 28 – 100 mm), zum anderen kann auch im Zoombereich mit einer großen Blende fotografiert werden (1.8 – 2.8 statt 1.8 – 4.9). Zoomen kann man zwar jetzt weniger, aber da diese Kamera sowieso keinen großen Zoom-Bereich hat, fällt das m.E. nur gering ins Gewicht. Wer gerne Selfies macht, wird sich außerdem über das 180° schwenkbare Display freuen. Was ich allerdings nicht verstehen kann, wieso das Display in „Selfie-Stellung“ an das Kameragehäuse anschlägt. Hier wird man früher oder später Kratzer ins Display machen. Abhilfe schafft natürlich eine Display Schutzfolie. Aber Sony, was macht ihr da?

Sony DSC-RX100 Mark IV

Das Upgrade auf die vierte Version der RX-Reihe lohnt sich wohl nur für Videographen. Filmmaterial kann mit diesem Modell in 4k bei 30 Bildern pro Sekunde und optional auch mit Profi-Profilen wie S-LOG/S-LOG2 aufgenommen werden. Auch die Super-Slow-Motion mit bis zu 960 Bildern in FullHD kann für einige interessant sein. Für Vlogger ist die Kamera allerdings weniger geeignet, weil der Autofokus im Videomodus – sorry dafür – mies ist. Man wird hier zu häufig im Fehlfokus sein und die Reaktionsgeschwindigkeit ist einfach zu gering beim Fokuswechsel. Doch Abhilfe schafft die RX 100 Mark V.

Sony DSC-RX100 Mark V

Das fünfte Modell dieser Reihe löst die Probleme der Mark IV. Sie hat nun erstmalig einen Phasenfokus erhalten, der im Videomodus einfach nur Spaß macht. Vlogger werden sich über diesen schnellen Autofokus freuen. Auch die Objektverfolgung soll laut diversen Tests sehr gut funktionieren. Sony packt aber noch eins drauf: Sie haben die maximale Aufnahmedauer von 4 Sekunden im Slow-Motion-Modus bei 960 Bildern pro Sekunde auf 8 Sekunden verdoppelt. Brauchen tut man das wahrscheinlich nicht, aber Spaß machen tut’s bestimmt. Man darf dabei nicht vergessen, dass 960 Bilder pro Sekunde eine 40-fache Zeitlupe bedeuten. Aus den 4 Sekunden werden also 160 Sekunden bzw. aus 8 dann 320 Sekunden. So lange braucht man die Super-SloMo wahrscheinlich nicht. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S9 wirbt ebenso mit dieser Super Slow-Motion. Das Smartphone kann aber gerade mal 0,2 Sekunden bei dieser Framerate aufnehmen (und auch damit lassen sich wahrscheinlich ein paar coole Sachen machen).

Sony DSC-RX100 Mark VI

Vorab: Ich hatte noch nicht die Chance, die Mark VI in den Händen zu halten und zu testen. Das Update der Sony RX 100 auf die sechste Version fällt meiner Meinung nach ziemlich aus dem Raster. Ich bezweifle nicht, dass es eine tolle Kamera ist – jedoch gehört dieses Modell für mich nicht in diese Reihe. Viele Menschen bevorzugen eine Kamera gegenüber ihrem Handy vorallem im Urlaub. Was hat der Sony RX 100 bisher immer im Urlaub gefehlt? Richtig – ein Optischer Zoom, mit dem man auch mal weit entfernte Objekte heranholen kann. Genau das macht die Mark VI mit bis zu 200 mm Brennbreite (KB). Die Sony RX-Reihe war immer für seine lichtstarken Objektive bekannt. Mit einer Blende von 1,8 – 2,8 kann man auch bei schlechten Lichtbedingungen noch gute Fotos machen. Der Mark VI wurde jetzt allerdings ein Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von 2,8 – 4,5 gegeben. Selbstverständlich ist das der Brennweite geschuldet – jedoch verstehe ich die Modell-Politik von Sony jetzt nicht mehr. Die Mark VI ist für mich keine RX 100, sondern eher eine „RX 10 C“ (wobei das C für „Compact stehen könnte“. Wer mit dem bisherigen Objektiv der Mark 1-5 immer zufrieden war und die Lichtstärke geschätzt hat, wird jetzt ein Problem haben, upzudaten. Vielmehr macht es Sinn, beide Kameras dabei zu haben. Eine für das Licht und eine für den Zoom – was allerdings wahrscheinlich auch niemand tun wird. Heißt konkret: Man muss sich entscheiden – oder man macht es wie ich und nimmt tatsächlich zwei Kameras mit (für den Zoom verwende ich eine Canon SX).

Fazit

Für Fotofreunde ergibt die Mark I oder Mark III am meisten Sinn. Bestes Preis-Leistungsverhältnis (von allen 5!) hat ohne Zweifel die Mark I. Die Mark III kann jedoch mit einem besseren Objektiv und Klappdisplay überzeugen.
Die Mark IV ist in meinen Augen nichts Ganzes und nichts Halbes. Wenn der Fokus hier auf Video-Making steht, hätte dieses Modell schon das bessere Autofokus-System bekommen sollen. Videographen sollten eher zur Mark V greifen. Was leider alle 6 Modelle nicht haben, ist ein Eingang für ein externes Mikrofon – Sony: Wieso?
Zusammenfassend kann man sagen, dass die RX 100 Reihe eine gute, wenn auch nicht günstige, Serie von Sony ist. Einzig Urlaubern, die gerne Objekte heranzoomen möchten, kann ich diese Modellreihe nicht empfehlen. Der Zoombereich ist dafür einfach zu klein. Hier sollte man eher zu einer kompakten Reise-Zoom-Kamera greifen. Diese haben meistens einen 30-fachen Zoom und stellen somit die RX 100 mit ca. 3-fachem Zoom in den Schatten. Update: Mit der Mark VI gibt es die Reise-Zoom-Kamera jetzt. Sicherlich ein toller Begleiter – mit 1200 Euro jedoch auch kein Schnäppchen

Sony RX 100 


Sensor

Brennweite KB

Lichtstärke Objketiv

Klappdisplay

Verschlusszeiten

Blitzschuh

Fokus

Serienbild

Mark I


EXMOR R 1"

28-100 mm

1,8 - 4,9

Nein

1/2.000s - 30s

Nein

Kontast

10/s

Mark II


EXMOR R1" BSI

28-100 mm

1,8 - 4,9

90°/40°

1/2.000s - 30s

Ja

Kontast

Mark III


EXMOR R1" BSI

24-70mm

1,8 - 2,8

180°/45°

1/2.000s - 30s

Nein

Kontast

10/s

Mark IV


EXMOR RX 1"

24-70 mm

1,8 - 2,8

180°/45°

1/32.000s - 30s

Nein

Kontrast

16/s

Mark V


EXMOR RX 1" Phasen Fokus

24-70 mm

1,8 - 2,8

180°/45°

1/32.000s - 30s

Nein

Phasen + Kontast

24/s

Mark VI


EXMOR RX 1" Phasen Fokus

24-200 mm

1,8 - 2,8

180°/90°

1/32.000s - 30s

Nein

Phasen + Kontast

24/s

2019-02-10T18:12:27+00:00